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Interventionen

Der Untersuchungsraum für die Angiographie und die Interventionen ist mit einem modernen Multifunktionsgerät der neuesten Generation ausgestattet. Vor der Untersuchung werden Sie vom verantwortlichen Radiologen über die Untersuchung informiert.

Angiographie

Bei der Angiographie werden Gefässe durch das Einspritzen eines Kontrastmittels auf den Röntgenaufnahmen sichtbar gemacht. Um eine gute Darstellung eines Gefässes zu erlangen, sollte das Kontrastmittel möglichst direkt in das zu untersuchende Gefäss gespritzt werden. Dazu verwendet man einen dünnen Katheter (Plastikschläuchlein), den man im Gefässsystem vorschieben kann. Der Katheter wird in der Regel über die Leiste eingebracht, stets mit örtlicher Betäubung der vorgesehenen Stelle. Alternativ können angiographische Bilder auch nicht-invasiv mit der Computertomographie (CT) oder der Magnetresonanztomographie (MRI) angefertigt werden.

Therapeutischer Gefässverschluss (Embolisation) von Gebärmuttermyomen

Die Myom-Embolisation stellt eine Alternative zur chirurgischen Entfernung von Myomen dar. Myome sind gutartige Tumoren der Gebärmutter, welche bei etwa 20%–40% der Frauen über 35 Jahren vorkommen. Sie müssen nicht in allen Fällen Beschwerden verursachen, ausschlaggebend dafür sind Grösse und Lage der Myome. Gelegentlich treten eine starke, verlängerte Menstruation, Unterbauchschmerzen, Druckgefühl, Verstopfung, Harndrang, Rücken- oder Beinschmerzen oder Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs auf. Lange Zeit wurden schmerzhafte oder blutende Myome einzig operativ entfernt, wobei entweder nur das Myom aus der Gebärmutterwand oder die ganze Gebärmutter entfernt wurde. Heutzutage gibt es die Myom-Embolisation als nicht-operative Alternative, durchgeführt in enger Zusammenarbeit mit der Gynäkologie. 

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Uterusembolisation Teil I
Uterusembolisation Teil II

Vertebroplastie und Kyphoplastie

Bei der Vertebroplastie wird minimal-invasiv perkutan, also durch die Haut, unter Bildsteuerung (Durchleuchtung) ein Zementdepot in den Wirbelkörper gespritzt, welches eine Festigung des Wirbelkörper bewirkt und somit in den meisten Fällen auch zu einer anhaltenden Schmerzlinderung führt. Die Vertebroplastie kann sowohl bei Wirbelkörpereinbrüchen (z.B. bei Osteoporose) als auch bei Tumorbefall verwendet werden. Bei der Kyphoplastie wird der Wirbelkörper zusätzlich zum Zementdepot zuvor mittels Ballon oder Stent wieder aufgerichtet (siehe Abbildung). Die Mehrzahl der behandelten Patientinnen und Patienten ist schon kurz nach dem Eingriff wieder schmerzfrei. Somit können sie das Bett verlassen und anschliessend an einer Rehabilitationsbehandlung teilnehmen.

Chemoembolisation von Lebertumoren

Bei der Chemoembolisation handelt es sich um eine örtliche Chemotherapie mit einer hohen lokalen Wirkungssteigerung. Über einen kleinen Katheter (Plastikschläuchlein) wird in der Regel von der Leiste her ein zellwachstumshemmendes Medikament (Zytostatikum) direkt in das Versorgungssystem des Lebertumors gespritzt. Es ist das Ziel der Chemoembolisation, das Tumorgewebe möglichst effektiv zu behandeln und dabei die Nebenwirkungen des Medikaments gering zu halten. Neben dem Medikament werden meist auch kleine gefässverschliessende Partikel verabreicht, welche die weitere Blutversorgung des Tumors effektiv blockieren. In einigen Fällen ist mehr als ein Termin zur vollständigen Behandlung erforderlich.

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Verschluss von Tumorgefässen durch Embolisation

Radioembolisation (SIRT) von Leberkarzinom und Lebermetastasen

Die Leber ist vergleichsweise häufig von einer Metastasierung betroffen, insbesondere von Tumoren des Magen-Darm-Traktes. Andere Tumoren, die in die Leber streuen können, sind unter anderem solche bei Brust- oder Lungenkrebs. Weitaus seltener ist das primäre Leberkarzinom. Die Selektive Interne Radio-Therapie (SIRT) ist eine Option für Patientinnen und Patienten, deren Lebertumoren nicht mehr chirurgisch behandelbar sind oder nicht hinlänglich auf eine Chemotherapie ansprechen. Bei der SIRT werden kleine radioaktive Kügelchen (Yttrium-90-Mikrosphären) direkt in das Tumorgewebe gespritzt. Dazu wird ein kleiner Plastikschlauch (Katheter) minimal-invasiv über die Leistenarterie eingeführt. Wir führen die SIRT in einem multidisziplinären Team in Kooperation mit dem Inselspital durch.

Radiofrequenzablation von Lebertumoren

Falls Tumorabsiedlungen aufgrund ihrer Ausdehnung und Lage nicht operativ zu entfernen sind, können diese gegebenenfalls durch eine Radiofrequenzablation entfernt werden. Unter bildgebender Kontrolle wird eine Sonde in die Leber eingebracht und in der Tumorabsiedlung platziert. Ein hochfrequenter Wechselstrom erzeugt über die Sonde im Tumorgewebe sehr hohe Temperaturen. Die lokale Hitzeentwicklung kann so exakt dosiert werden, so dass nur das Tumorgewebe entfernt und das umgebende Lebergewebe geschont wird. Nach der Behandlung ist in der Regel nur eine kurze stationäre Beobachtung notwendig.

Perkutane Varikozelenbehandlung (Embolisation)

Eine Varikozele ist eine Venenerweiterung nahe dem Hoden. Die Behandlung der Varikozele kann minimal-invasiv durchgeführt werden. Diese Behandlung erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung. Zugang zu den Venen des Hodens erreicht man über eine Leistenvene. Unter Röntgenkontrolle wird ein dünner Katheter bis in die erweiterte Vene vorgeschoben. Dabei werden Massnahmen getroffen, um die Röntgenstrahlenexposition möglichst gering zu halten. Durch den Katheter werden Mittel zur Verödung oder zum Verschluss der Vene (sogenannte Embolisation) eingespritzt bzw. eingeführt.

Einsetzen eines Filters in die untere Hohlvene

Falls ein hohes Risiko für eine Lungenembolie festgestellt wurde und die medikamentöse Behandlungsmethode (Herabsetzen der Blutgerinnbarkeit) nicht durchführbar oder nur unzureichend wirksam ist, kann minimal-invasiv ein Schirmchen (Venenfilter) in die untere Hohlvene eingesetzt werden, welches allfällige Gerinnsel abfängt. Sollte der Filter nicht mehr benötigt werden, so kann er durch einen kleinen Eingriff in den meisten Fällen wieder entfernt werden.

Periradikuläre Therapie

Bei der periradikulären Therapie werden an der Wirbelsäule die schmerzhaften gereizten Nervenwurzeln behandelt. Mit Hilfe der Echtzeit-Computertomographie (Fluoro-CT) werden schmerz- und entzündungshemmende Medikamente zielgenau verabreicht. Somit können entzündliche Veränderungen des Nervs beseitigt und die Schmerzen gelindert werden.

Facettenblockade und Infiltration des Iliosakralgelenks

Die kleinen Zwischenwirbelgelenke (Facettengelenke) wie auch der Gelenkspalt zwischen Kreuzbein und Beckenknochen (Iliosakralgelenk) können bisweilen Schmerzen verursachen. Unter computertomographischer Kontrolle können diese gezielt medikamentös behandelt werden. Zu diesem Zweck kann durch eine dünne Spezialkanüle ein schmerz- und entzündungshemmendes Medikament in die Gelenke gespritzt werden, wodurch die Schmerzempfindlichkeit herabgesetzt wird. Diese Form der Schmerztherapie wird in Abhängigkeit von Fragestellung und Vorgeschichte der Patientin oder des Patienten gelegentlich in der Durchleuchtung oder per Computertomographie durchgeführt.

Einlegen zentraler Venenkatheter (z.B. Port-Katheter, PICC)

Bei Bedarf wird mit Bildsteuerung unter örtlicher Betäubung ein Port-Katheter für beispielsweise eine Chemotherapie angelegt. Auch Langzeitkatheter wie PICC (Peripherally Inserted Central Catheter) können auf diese Art und Weise durchgeführt werden.

Perkutane Gallengangsdrainage (PTCD)

Bei einer Verengung des Gallengangs kann der Abfluss der Galle in den Darm durch eine direkte Punktion des Gallengangsystems durch die Leber unter Bildgebung wiederhergestellt werden. In der Regel wird keine Narkose benötigt und die Untersuchung kann mit lokaler Betäubung nach Zugabe eines Schmerz- und/oder Schlafmittels in die Vene durchgeführt werden. Nach Punktion eines Gallengangs mit einer dünnen Nadel von der Seite oder vom Oberbauch her, wird ein Röntgenkontrastmittel eingespritzt, das die Gallengänge sichtbar macht, und ein dünner Plastikschlauch wird durch die Verengung bis in den Dünndarm vorgeschoben. Eventuell muss dieser Plastikschlauch für einige Zeit dort verbleiben. Die Gallenflüssigkeit wird dann vorübergehend nach aussen in einen Plastikbeutel abgeleitet. Juckreiz und Gelbsucht sollten dadurch bereits zurückgehen. Möglicherweise muss die Verengung mit einem Ballon aufgedehnt werden. Auch kann ein kleines Röhrchen (Stent) eingeführt werden, welches die Verengung offenhält und den Gallenfluss in den Darm gewährleistet, mit dem Ziel den äusseren Plastikschlauch wieder entfernen zu können.

Biopsie zur Entnahme von Gewebe oder Flüssigkeit (einschliesslich transjugulärer Leber- und Nierenbiopsie)

Für eine gezielte Behandlung und Beratung ist eine genaue Krankheitserkennung notwendig. Bei entzündlichen oder tumorösen Veränderungen kann zur Krankheitserkennung (Diagnose) eine Gewebeentnahme mit einem bildgebenden Verfahren durchgeführt werden. Dazu wird eine dünne Hohlnadel nach örtlicher Betäubung in den Krankheitsherd eingeführt und Flüssigkeit oder Gewebe für eine Untersuchung entnommen. Die präzise Führung der Nadel wird am Bildschirm verfolgt. In 80% bis 90 % aller Punktionen ist eine Diagnose bezüglich Zelltyp bzw. Krankheitserreger möglich. Bei Patienten mit Blutgerinnungsstörung oder Bauchwasser kann alternativ eine Biopsie von Leber oder Niere minimal-invasiv über die Halsvene (transjugulär) entnommen werden.

Drainage

Eine entzündliche Flüssigkeitsansammlung kann schonend unter Bildgebungskontrolle mit einem Schlauch nach aussen abgeleitet (= drainiert) werden. Nach örtlicher Betäubung wird die Flüssigkeitsansammlung mit einer dünnen Hohlnadel punktiert. Anschliessend wird ein Plastikschlauch (Katheter) zur Entleerung der Flüssigkeit eingelegt, über den die Flüssigkeitsansammlung abgeführt werden kann. In vielen Fällen kann eine entzündliche Flüssigkeitsansammlung mit dieser Behandlung beseitigt und damit eine Operation vermieden werden.

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