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Mammographie

Engeried
Lindenhof

Methode und Früherkennung
Anerkanntermassen stellt die Mammographie heute immer noch die wichtigste Untersuchungsmethode der personenbezogenen Brustkrebsdiagnostik zur Früherkennung dar. Sie wird in verschiedenen Ländern als Screeningverfahren zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt. Bei allen tastbaren Auffälligkeiten, Schmerzen, Sekretion oder ähnliches und nach der ärztlichen Untersuchung der Brust, ist die Mammographie der erste diagnostische Schritt mit Übersichtsbildern der ganzen Brust, dem weitere Untersuchungen oder Abklärungen folgen können oder müssen (Sonographie, Biopsie). Insbesondere ist die Mammographie geeignet als Suchmethode für Herdbefunde und zum Auffindung und Abklärung von Mikroverkalkungen in der Brust mit entsprechender Entdeckungsmöglichkeit von gutartigen Veränderungen und bösartigen Tumoren. Besonders wichtig ist sie in solchen Stadien, in denen ein eventueller Tumor noch brusterhaltend operiert werden kann. Bei dichtem Brustgewebe häufiger bei Frauen unter 50 Jahren ist die Aussagekraft der Mammographie limitiert. Neue Technologien / Tomosynthese helfen bei der Früherkennung von Brustkrebs.

2D - digitale Mammographie und 3D - Tomosynthese

Die 3D -Tomosynthese ist eine Weiterentwicklung der herkömmlichen 2D - digitalen Mammographie, welche die Mammographie mit einer computertomografieähnlichen Technik vereint. Dank dieser neuen Technik werden kleinere und durch dichtes Brustdrüsengewebe verdeckte Tumore besser entdeckt. Die neue Technik eignet sich damit besonders bei jungen Frauen und Risikopatientinnen.

Erfahrung mit 3D Tomosynthese

Die Abteilung Radiologie des Engeriedspitals war die erste Klinik in der Schweiz, die die 3D-Tomosynthese (3 dimensionale digitale Technologie, die mehrere Schichten in unterschiedlichen Winkeln anfertigt ) bereits 2008 in der täglichen Routine zur Erkennung von gutartigen und bösartigen Herdbefunden in der Brustdrüse einsetzte. Die derzeit üblicherweise eingesetzte 2 dimensionale digitale Mammographie zur Detektion von Veränderungen in der Brustdrüse kann insbesondere bei dichtem Brustdrüsengewebe mit überlappenden Weichteilstrukturen (Summationsbild) auch für erfahrene Untersucher schwierig zu interpretieren sein und bösartige Veränderungen maskieren. Die neue Technologie, die eine dünne Schichtung der Brustdrüse bei nahezu gleicher Strahlenbelastung durch eine spezielle software C-View erstellt, hilft Form, Kontur und Grösse von Herdbefunden klarer abzugrenzen. Dies führt zu einer Verbesserung der Sensitivität und der Spezifizität (Literatur 1) und erhöht die Sicherheit für die Patientin und für den Befunder. Mit dieser neuen Technologie verringert sich die Anzahl der Überdiagnosen und Therapien (Literatur 2) und damit auch die unnötige psychische Belastung der Patientinnen, da sich der Anteil an falsch positiven Resultaten verringert. Frühzeitiger werden kleinere Herde entdeckt, die die Prognose und die Therapiemöglichkeiten verbessern.


Literatur 1
Friedewald SM et al.: Breast cancer screening using DBT in combination with dig. MG. JAMA. 2014 Jun 25;311(24):2499-507

Literatur 2
Rafferty EA et al.. Assessing radiologist performance using combined digital mammography and breast tomosynthesis compared with digital mammography alone: results of a multicenter, multireader trial. Radiology. 2013 Jan;266(1):104-13. (1192 pts)

Waldherr /Sonnenschein.Value of one-view breast tomosynthesis versus two-view mammography in diagnostic workup of women with clinical signs and symptoms and in women recalled from screening. AJR Am J Roentgenol. 2013 Jan;200(1):226-31.


Weitere Informationen zur Mammographie

Welche Risiken bestehen?

Die Brust ist ein strahlenempfindliches Organ, entsprechend kommt die Frage einer Strahlenbelastung durch die Mammographie immer wieder auf. Generell gilt, dass das Strahlenrisiko mit steigendem Lebensalter abnimmt. Das Brustkrebsrisiko hingegen steigt mit dem Lebensalter an, sodass das Nutzen Risikoverhältnis sich deutlich zugunsten der Mammographie verschiebt (400 zu 1). Dank modernster Technik ist die Strahlenbelastung bei älteren Frauen heutzutage nahezu vernachlässigbar. Bei jungen Frauen und Genträgerinnen ist allerdings die Strahlenempfindlichkeit des Brustdrüsengewebes höher und damit das Risiko wahrscheinlich etwas größer.

Wie taste ich die Brust ab?

Die Basisuntersuchung der weiblichen Brust beinhaltet neben den Fragen nach früheren Operationen nach familiärer Brustkrebsbelastung nach beobachteten Haut- oder Brustwarzenveränderungen oder Sekretionen anschliessend die Inspektion und Palpation (Abtasten) durch den Arzt. Hierbei wird neben der Haut- und Brustwarzenbeurteilung z.B. Narbengewebe inspiziert, dann die Brust auf Knoten hin abgetastet und auch in den Achselhöhlen auf eventuell vergrösserte Lymphknoten geachtet. Zwischen den ärztlichen Untersuchungen kann dieses auch von jeder Frau zuhause im Liegen und Sitzen in etwa vierteljährlichen Abständen selbst durchgeführt werden.

Vorbereitung und Untersuchungsablauf der Mammographie

Die Brust sollte nicht gecremt oder gepudert sein. Für die Röntgenaufnahme muss der Oberkörper freigemacht werden. Die Untersuchung erfolgt im Stehen oder Sitzen. Die Brust wird von der medizinisch technischen Assistentin in dem Gerät positioniert und komprimiert. Die Kompression ist extrem wichtig, weil durch das Ausbreiten der Brust kleinste Karzinome sichtbar werden und die Strahlendosis verringert wird. In der Regel werden zwei Aufnahmen gemacht, eine von oben und eine seitlich schräg von oben. Sie brauchen vor der Mammographie keine Angst zu haben. Das Zusammendrücken (Kompression) der Brust ist unangenehm, Schmerzen sollten Sie aber nicht dulden! Bei einer Aufnahme senkrecht von oben kann nicht immer die ganze Brust abgebildet werden. Achten Sie selbst darauf, dass eine von Ihnen getastete Auffälligkeit auch wirklich zwischen den Plexiglasscheiben ist und mit abgebildet wird. Die Beurteilung der Mammographie setzt viel Erfahrung voraus und wird in unserem Institut in der Regel von zwei erfahrenen Radiologen, die sich auf die Brustdrüse spezialisiert haben, analysiert. Das Ergebnis der Mammographie kann Ihnen nach entsprechender Bildbearbeitung bedingt durch die hohe Expertise der Radiologen bei über 10000 Mammographien jährlich, in den meistens Fällen sofort mitgeteilt werden. Um einen maximalen Untersuchungskomfort zu bieten, insbesondere aber um die Strahlenemission so gering wie möglich zu halten, und die bestmögliche Feinauflösung für die Aufnahmen zu gewährleisten, arbeiten wir als Referenzzentrum Schweiz eng mit der Firma Hologic* zusammen.

Wann soll ich zur Mammographie gehen?

Im Rahmen der Früherkennung wird die Basisuntersuchung ab dem 40. Lebensjahr empfohlen, ab dem 50. Lebensjahr alle 2 Jahre, ab ca. 70 Jahren können die Intervalle wieder vergrößert werden. Hiervon ausgenommen sind solche Frauen, bei denen aufgrund der Familienvorgeschichte ein hohes Brustkrebsrisiko anzunehmen ist (z.B. Erkrankung an Mamma- u./o. Ovarialkarzinom in der Familie) und im Rahmen der Tumornachsorge bei Mammakarzinom. Bei diesen Frauen wird ein individuell optimaler Untersuchungszeitpunkt bestimmt, z.B. ab dem 20. Lebensjahr alle fünf Jahre, ab dem 40. Lebensjahr jährlich. Für eine Mammographie vor dem 30. Lebensjahr gibt es praktisch keine Gründe, die Brust ist meist dicht und dadurch mammographisch schwierig beurteilbar (statt dessen empfiehlt sich die Sonographie der Brustdrüse). Getastete Veränderung in der Brust z.B. bei Knoten sollten mittels Mammographie weiter abgeklärt werden.

Wann ist der bester Zeitpunkt für die Untersuchung?

Zweite Zykluswoche (8. - 12. Tag nach Beginn der Regelblutung). In dieser Zeit ist die Brustdrüse aufgrund geringerer Wassereinlagerungen weniger schmerzempfindlich. Eine Schwangerschaft sollte ausgeschlossen sein.

Was der Arzt vor der Bildinterpretation wissen sollte:

Eine evtl. kurz zurückliegende Schwangerschaft oder Stillzeit. Evtl. Hormoneinnahme (auch z.B. Schilddrüsenhormone). Operation oder Bestrahlung (bösartige Veränderungen können z.B. vorgetäuscht oder verborgen werden). Auf eventuelle Voraufnahmen soll hingewiesen werden. Am besten sollen sie zur Untersuchung mitgebracht werden.

Mammographiegesteuerte Zellentnahme und präoperative Markierung

Mit dem zunehmenden Einsatz der Mammographie werden nicht tastbare kleinste abklärungsbedürftige Befunde entdeckt. Rechnergesteuert kann gezielt ein kleiner Gewebezylinder gewonnen werden, der es erlaubt, eine histologische (feingewebliche) Diagnose zu stellen. Im Rahmen der präoperativen Markierung exzisionsbedürftiger Befunde wird eine Drahtmarkierung exakt in dem Herd verankert. Dies erlaubt dem Operateur das schnelle und sichere Auffinden der betroffenen Stelle.

Vorbereitung und Ablauf der Punktion

Vor dem Eingriff muss eine Gerinnungsstörung ausgeschlossen werden. Blutverdünnende Medikamente, wie z.B. Marcumar, sollen nach Absprache mit dem Arzt, zeitweise abgesetzt werden. Die Punktion wird überlicherweise im Liegen durchgeführt.

Ist mit Komplikationen und Nebenwirkungen zu rechnen?

Kein ärztlicher Eingriff ist völlig frei von Risiken. Auf mögliche Komplikationen, die trotz grösster Sorgfalt in Einzelfällen auftreten können, sind wir vorbereitet und können direkt eingreifen. In seltenen Fällen sind es kleine Blutungen und Kollapszustände.

Was ist eine stereotaktisch oder tomosynthesegesteuerte Vaccumbiopsie der Brust ?

Eine Vaccumbiopsie ist eine ambulante Gewebeentnahme aus der Brust . Unter stereotaktischen oder tomosynthesegesteuerten Biopsien versteht man Gewebeentnahmen, bei denen der genaue Entnahmeort durch Röntgenaufnahmen bestimmt wird. Diese Aufnahmen werden im Computer gespeichert. Der Arzt kann dann das Areal markieren, aus dem die Gewebeprobe entnommen werden soll. Dies gelingt stereotaktisch am besten, wenn der Befund Mikroverkalkungen enthält. Handelt es sich um einen Herdbefund ohne Mikroverkalkungen hat die tomosynthesegesteuerte Vacuumbiopsie wesentliche Vorteile gegenüber der stereotaktischen Vaccumbiopsie. Aufgrund dieser Zielbezeichnung errechnet der Computer die Einstellungen des Biopsiegeräts, das in der Folge durch einen Hautschnitt von 5 mm zum Ziel vorgeschoben wird. Die Gewebeentnahme erfolgt in örtlicher Betäubung. Die eigentliche Biopsie erfolgt mit einer Hohlnadel von 3 mm Durchmesser, die nahe der Spitze eine seitliche Öffnung von 2 cm Länge aufweist. Durch ein Vakuum wird das zu entfernende Gewebe in diese Öffnung gesaugt und anschliessend mit einem Hochgeschwindigkeits-Rotationsmesser abgetrennt. Durch kontinuierliches Drehen der Nadel und Wiederholung dieses Vorgangs kann Gewebe rings um die Einstichstelle entnommen werden. Auf diese Weise ist es möglich, Veränderungen von bis zu 2 cm Durchmesser vollständig zu entfernen.

Der Eingriff hinterlässt im Inneren der Brust keine Narbe, deshalb wird am Schluss der Gewebeentnahme die Entnahmestelle häufig mit einem kleinen Metallclip markiert, damit sie später problemlos wieder aufgefunden werden kann. (http://mibb.ch)

Welches sind die besonderen Vorteile der Vacuumbiopsie?

Bisher standen uns zur Abklärung unklarer Befunde in der Brust einerseits die zwar schonenden, aber weniger treffsicheren und nur bedingt aussagekräftigen Feinnadel- und Stanzbiopsien und andererseits die offene operative Gewebeentnahme zur Verfügung. Letztere erlaubt eine vollständige Entfernung des verdächtigen Befundes. Sie muss aber in der Regel in Narkose in einem Operationssaal erfolgen und macht nicht selten einen kurzen Spitalaufenthalt notwendig. Nach dem Eingriff entsteht im Innern der Brust eine Narbe, die eine zukünftige Beurteilung der Brustdrüse in der Mammographie erschweren kann. Die Vacuumbiopsie ist sehr zielgenau und deshalb diagnostisch zuverlässig. Sie erlaubt die zusammenhängende Entfernung von Gewebebezirken bis 2 cm Durchmesser. Dabei wird das umgebende Gewebe nicht zerstört, entsprechend erfolgt keine Narbenbildung, dies ist besonders wichtig, wenn bei einer späteren Kontrolle die Brust der Patientin erneut untersucht werden muss. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt, er dauert etwa 60 Minuten. Aus diesen Gründen ist die ambulante stereotaktische oder tomosynthesegesteuerte Vakuumbiopsie der Brust eine ideale Methode für verdächtige Befunde in der Mammographie.

Vorträge und Publikationen

Mammographie

Einsatzbereiche

Die Mammographie ist eine Untersuchung der weiblichen Brust mit Röntgenstrahlung, die zur Früherkennung von Brustkrebs dient. Bei Brustkrebs sind die Heilungschancen umso höher, je früher man ihn erkennt.

 

Wie funktioniert diese Untersuchung?

Die Röntgenstrahlung durchdringt die Brust und bildet sie auf einem Röntgenbild ab. Schon kleinste Anzeichen und Hinweise auf Brustkrebs sind darauf erkennbar.

Ist diese Untersuchung schädlich?

Bei einer Mammographie ist die Patientin weniger Strahlung ausgesetzt als innerhalb eines Jahres in ihrer natürlichen Umgebung vorkommt. Die Strahlenbelastung ist also relativ gering.

Was erwartet Sie?

Für eine Mammographie muss man etwa zehn Minuten rechnen. Die Brust wird im Röntgengerät flachgedrückt, um die Strahlenbelastung so niedrig wie möglich zu halten und hochqualitative Bilder zu erhalten. In der Regel werden von jeder Seite zwei Bilder angefertigt. Wir sind bemüht, der überweisenden Ärztin oder dem überweisenden Arzt das Ergebnis rasch zukommen zu lassen. Gemäss den europäischen Richtlinien nehmen wir bei allen Patientinnen Zweit- und Drittlesungen vor. Wir bitten um Verständnis für den Fall, dass wir nur bei sehr klaren Befunden das Ergebnis sofort mitteilen können und sich Teilaspekte der Befundung gelegentlich ändern können.

Was müssen Sie beachten?

Es ist günstiger, eine Mammographie in der ersten Zyklushälfte durchführen zu lassen, weil dann das Gewebe weniger Wasser eingelagert hat. Das macht das Zusammendrücken weniger unangenehm und man erhält bessere Röntgenbilder.

Unser Gerät

Unser Röntgeninstitut verfügt über das neue volldigitale Mammographiegerät «Giotto» mit eigener Bildverarbeitung. Damit führen wir die Mammographie für die Patientin so schnell und angenehm wie möglich durch. Das Gerät ist sehr beweglich und auch für Patientinnen im Rollstuhl geeignet. Gleichzeitig sorgt das System für eine möglichst niedrige Strahlendosis – individuell für Ihre Brustgrösse und Gewebeart berechnet.

Gewebeentnahmen (Stanzbiopsien)

Eine Gewebeuntersuchung wird erforderlich, wenn bei der Mammographie ein unklarer Knoten entdeckt wird. Für eine Gewebeentnahme setzt man etwa 30 Minuten an. Bitte reservieren Sie sich insgesamt circa eine Stunde für Vorbereitung, Untersuchung und Gewebsentnahme.

Mit einer dünnen Hohlnadel wird dabei unter örtlicher Betäubung Gewebe aus dem Knoten entnommen und untersucht. Innerhalb von ein bis zwe Tagen erfährt die Patientin das Ergebnis. Wir können unklare Knoten, die verkalken, mit einer eigenen dafür optimierten Röntgenanlage entnehmen (Stereotaxie). Für Knoten, die im Ultraschall erkennbar sind, verwenden wir die Ultraschalluntersuchung zur Gewebeentnahme. Falls Knoten in beiden Verfahren nicht erkannt werden können, steht als letzte Möglichkeit die MR-gesteuerte Biopsie zur Verfügung. Die MR-gesteuerte Biopsieentnahme nimmt selbst etwa 45 Minuten in Anspruch, bei mehreren Biopsieorten kann sie auch bis zu 70 Minuten dauern. Nehmen Sie sich mit Vorbereitung und Nachbetreuung daher etwa 2 Stunden Zeit.

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