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Betriebskonzept Pflege

Dieses Konzept bezieht sich auf die eigentlichen Bereiche der Pflege. Das pflegerische Angebot anderer Bereiche, wie Notfall, Dialyse oder Beratungsstellen Pflege ist nicht berücksichtigt.

Aufgabe

Die Aufgabe der Pflege ist es, akut und chronisch erkrankte Patienten, Wöchnerinnen sowie Angehörige in der Behandlung und im Umgang mit Auswirkungen von Krankheiten und deren Therapien zu unterstützen, Gesundheit zu erhalten und gesundheitlichen Schäden vorzubeugen. Dies mit dem Ziel, für betreute Menschen die bestmöglichen Behandlungs- und Betreuungsergebnisse sowie die bestmögliche Lebensqualität in allen Phasen des Lebens bis zum Tod zu erreichen (Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel, 2004).

Die Pflege der Lindenhofgruppe orientiert sich an der Definition der Professionellen Pflege des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität Base. Besonderen Wert legt sie dabei auf die persönliche Beziehung zu Patienten und Angehörigen. Diese ist geprägt von einer Haltung des Caring (menschliche Zuwendung), ermöglicht Vertrauen und schafft damit die Basis für eine wirksame Pflege. Patienten und Wöchnerinnen werden nicht nur während dem Spitalaufenthalt unterstützt, sondern durch Information, Edukation und Empowerment auch bestmöglich auf die Zeit nach dem Austritt vorbereitet und in ihrem Selbstmanagement gestärkt.

Im Belegarztsystem übernehmen Pflegefachpersonen eine hohe Verantwortung und eine aktive Rolle. Bei klinischen Problemen schätzen oft sie als erste den Zustand der Patienten ein und beurteilen die Dringlichkeit von Massnahmen. Dies erfordert eine hohe Fachkompetenz der Pflegenden sowie eine vertrauensvolle, enge interprofessionelle Zusammenarbeit.


Organisation

Die Bereiche Pflege sind pro Standort organisiert und den Standortleitern unterstellt. Sie umfassen rund 700 FTE und sind aufgeteilt in folgende Abteilungen und Fachgebiete:

Engeried

  • Bettenabteilung Chirurgie
  • Bettenabteilung Chirurgie/Onkologie
  • Aufwachraum
  • Wochenbett
  • Gebärsaal
  • Führen der Elternschule


Lindenhof

  • Bettenabteilung Allgemeinchirurgie
  • Bettenabteilung Gefäss- und Thoraxchirurgie
  • Bettenabteilung Neurochirurgie
  • Zwei Bettenabteilungen Orthopädie
  • Bettenabteilung Urologie
  • Bettenabteilung Viszeralchirurgie
  • Zwei Bettenabteilungen Wochenbett/Gynäkologie/Neonatologie
  • Gebärsaal
  • Zwei Bettenabteilungen Innere Medizin
  • Bettenabteilung Onkologie, Onkologisches Ambulatorium
  • Stationäre Psychosomatik und Tagesklinik Psychosomatik
  • Intensivpflegestation
  • Tagesbettenabteilung


Sonnenhof

  • Fünf Bettenabteilungen Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie, Traumatologie, Viszeralchirurgie und Inneren Medizin
  • IMC/Wachstation


Personal

Die Patientenbetreuung erfolgt durch folgende Berufsgruppen:

  • diplomierte Pflegefachpersonen mit NDS (Notfallpflege, Intensivpflege, Pflegeberatung)
  • diplomierte Pflegefachpersonen
  • diplomierte Hebammen
  • Fachfrau/-mann Gesundheit
  • Pflegeassistentinnen mit FA und ohne FA
  • Praktikantinnen und Praktikanten
  • Studierende Pflege, Hebamme und Lernende Fachfrauen/-männer Gesundheit


Der Skill- und Grademix variiert je nach Fachgebiet und Komplexität der Patientensituation.

Pflegemanagement

Die Bereiche Pflege aller Standorte werden nach wirtschaftlichen Kriterien geführt, das heisst, Effizienz und Effektivität werden anhand von Controllingzahlen laufend überprüft und optimiert.

Shared Governance

Im Rahmen des Shared Governance Modells arbeiten Pflegemanagement, Pflegefach und Pflegeausbildung eng zusammen. Das Modell wird über alle Hierarchiestufen umgesetzt. Die geteilte Verantwortlichkeit und Spezialisierung in einem Gebiet tragen zu einer höheren Pflegequalität und Patientensicherheit, wie auch zu einer höheren Arbeitszufriedenheit bei (Anthony, 2004; Doherty & Hope, 2000; Scott & Caress, 2004; Swihart & Porter-O‘Grady, 2006). Voraussetzung sind ein gemeinsames Pflegeverständnis und eine gemeinsame Strategie.

Shared Governance

Leistungsspektrum Pflege

Grundlage des pflegerischen Handelns bildet der Pflegeprozess, der gemäss den Phasen des Problemlösungsprozesses strukturiert ist. Im Rahmen der Anamnese werden Ressourcen und Pflegebedarf des einzelnen Patienten unter Einbezug geeigneter Screening- und Assessmentinstrumente erfasst. Die Planung der individuellen Pflege erfolgt anhand von NANDA Pflegediagnosen. Um eine möglichst wirksame und patientenorientierte Pflege anzubieten, werden Interventionen auf Grund von Evidenz, reflektierter Erfahrung der Fachpersonen und Präferenzen der Betreuten ausgewählt. Die Dokumentation der Pflege erfolgt im interprofessionellen, elektronischen Patientendossier (KISIM).

Bei komplexen Pflegesituationen oder Pflegefragen im Alltag unterstützen Fachverantwortliche Pflege und Pflegeexpertinnen die Teams der Abteilungen. Die Methode der interprofessionellen Fallbesprechung wird genutzt, um Patientensituationen im Behandlungsteam zu besprechen. Bei ethischen Fragestellungen steht das interne Ethikforum den Behandlungsteams für klinische Ethikbesprechungen zur Verfügung. Spezifische Behandlungen erfolgen unter Einbezug von Wund-, Stoma- oder Diabetesberatung sowie von Logo- oder Ergotherapie. Evidenzbasierte Richtlinien für die Pflege sowie interprofessionelle Behandlungsrichtlinien werden unter der Leitung von Pflegeexpertinnen in diversen Arbeitsgruppen erarbeitet und regelmässig evaluiert. Die Kompetenz der Pflegenden wird gefördert durch Spezialisierung, externe und interne Weiterbildungen sowie Skillstrainings.

Die Bereiche Pflege der Standorte Engeried und Sonnenhof sind ISO zertifiziert und alle Bereiche Pflege beteiligen sich an der jährlichen anq Prävalenzmessung Sturz und Dekubitus.

Im Bestreben nach einer hohen Pflegequalität und mit dem Ziel einen Beitrag zur Pflegentwicklung und zur zukünftigen Gesundheitsversorgung zu leisten, werden vereinzelt Entwicklungs- und Forschungsprojekte durchgeführt. Die Lindenhofgruppe arbeitet dabei mit externen Partnern zusammen, beispielsweise mit der Berner Fachhochschule Fachbereich Gesundheit, mit der sie im Bereich Forschung und Entwicklung einen Kooperationsvertrag abgeschlossen hat.


Leistungsspektrum Ausbildung

Die Ausbildung geniesst in der Lindenhofgruppe seit jeher einen hohen Stellenwert. In der Praxis verankerte Strukturen, die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung von ausbildendem Personal sowie ein Ausbildungskonzept sichern eine hohe Ausbildungsqualität. Das Ziel der Ausbildung ist es, den Nachwuchs in den Pflegeberufen zu sichern und die von der GEF auferlegte Ausbildungsverfügung zu erfüllen.

Die fachliche Verantwortung für die Ausbildung in der Lindenhofgruppe obliegt der Verantwortlichen für Ausbildung. An jedem der vier Standorte ist eine der Bereichsleitung Pflege unterstellte Berufsbildungsverantwortliche (BBV) resp. Ausbildnerin vor Ort. Diese tragen die Mitverantwortung für die Sicherstellung des Ausbildungsauftrags des jeweiligen Standortes, insbesondere für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben, die Umsetzung und Weiterentwicklung des Ausbildungskonzepts, die Sicherstellung der Ausbildungsqualität und die Unterstützung der Fachverantwortlichen Berufsbildung sowie der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner. Auf allen Abteilungen werden Fachverantwortliche Berufsbildung sowie Berufsbildnerinnen und Berufsbildner als Bezugspersonen der Lernenden und Studierenden eingesetzt. Diese werden kontinuierlich aus- und weitergebildet. Alle Fachpersonen sind verpflichtet, am Ausbildungsauftrag mitzuwirken.


Ausbildungsangebot

  • Fachfrau/-mann Gesundheit EFZ (regulär und verkürzt)
  • Pflegefachpersonen HF (Schul- und Lehrortsprinzip) und FH
  • Hebammen FH
  • Nachdiplomstudium Anästhesie-, Notfall- und Intensivpflege
  • Nichtformalisierte Ausbildungsleistungen: Einblickstage, Berufswahlpraktika, FMS-Praktika, Eignungsabklärungen HF, FMS Fachmaturität, Vorpraktika FH
  • Spezialpraktika: zum Beispiel für Rettungssanitäter HF in Ausbildung, Short-Term-Einsätze von Studierenden, Praktika im Rahmen des Erasmus-Programms

Jährlich erhalten in den Bereichen Pflege der Lindenhofgruppe 350 Berufswahlpraktikanten Einblick in Pflegeberufe, beginnen 20 Fachfrauen/-männer Gesundheit ihre Berufslehre und absolvieren 100 Studierende Pflege und Hebamme ein Praktikum.
Als renommierte Ausbildungsinstitution arbeitet die Lindenhofgruppe in bildungspolitischen Projekten des Kantons Bern mit und ist in Ausbildungsgremien der GEF, diverser Bildungsanbieter sowie der Organisation der Arbeitswelt Gesundheit (OdA) Bern vertreten. Dadurch leistet sie einen aktiven Beitrag zur Entwicklung und Förderung der Ausbildungen im Gesundheitswesen.


Definition von professioneller Pflege

Professionelle Pflege fördert und erhält Gesundheit, beugt gesundheitlichen Schäden vor und unterstützt Menschen in der Behandlung und im Umgang mit Auswirkungen von Krankheiten und deren Therapien. Dies mit dem Ziel, für betreute Menschen die bestmöglichen Behandlungs- und Betreuungsergebnisse sowie die bestmögliche Lebensqualität in allen Phasen des Lebens bis zum Tod zu erreichen.

Professionelle Pflege…
…richtet sich an Menschen in allen Lebensphasen, an Einzelpersonen, Familien, Gruppen und Gemeinden, an Kranke und deren Angehörige, sowie an Behinderte und Gesunde.

...umfasst, auf einem Kontinuum, Aufgaben zur Gesundheitserhaltung und –förderung, zur Prävention, in der Geburtsvorbereitung und Geburtshilfe, bei akuten Erkrankungen, während der Rekonvaleszenz und Rehabilitation, in der Langzeitpflege sowie in der palliativen Betreuung.

…beruht auf einer Beziehung zwischen betreuten Menschen und Pflegenden, welche von letzteren geprägt ist durch sorgende Zuwendung, Einfühlsamkeit und Anteilnahme. Die Beziehung erlaubt die Entfaltung von Ressourcen der Beteiligten, die Offenheit für die zur Pflege nötigen Nähe und das Festlegen gemeinsamer Ziele.

…erfasst die Ressourcen und den Pflegebedarf der betreuten Menschen, setzt Ziele, plant Pflegeinterventionen, führt diese durch (unter Einsatz der nötigen zwischenmenschlichen und technischen Fähigkeiten) und evaluiert die Ergebnisse.

…basiert auf Evidenz, reflektierter Erfahrung und Präferenzen der Betreuten, bezieht physische, psychische, spirituelle, lebensweltliche sowie soziokulturelle, alters- und geschlechtsbezogene Aspekte ein und berücksichtigt ethische Richtlinien.

…umfasst klinische, pädagogische, wissenschaftliche sowie Führungsaufgaben, die ergänzend von Pflegenden mit einer Grundausbildung und solchen mit unterschiedlichen Weiterbildungen, von Generalisten/Generalistinnen und Spezialisten/Spezialistinnen wahrgenommen werden.

…erfolgt in Zusammenarbeit mit den betreuten Menschen, pflegenden Angehörigen und Mitgliedern von Assistenzberufen im multiprofessionellen Team mit Ärzten und Ärztinnen (verantwortlich für medizinische Diagnostik und Therapie) und Mitgliedern anderer Berufe im Gesundheitswesen. Dabei übernehmen Pflegende Leitungsfunktionen oder arbeiten unter der Leitung anderer. Sie sind jedoch immer für ihre eigenen Entscheide, ihr Handeln und Verhalten verantwortlich.

…wird sowohl in Institutionen des Gesundheitswesens als auch ausserhalb, überall wo Menschen leben, lernen und arbeiten, ausgeübt.

Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel, entwickelt für das Projekt "Zukunft Medizin Schweiz" der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften, 2004

Engeried
Riedweg 15
3012 Bern
Tel. +41 31 309 91 11 
Fax +41 31 309 98 44
engeried@lindenhofgruppe.ch

Lindenhof
Bremgartenstrasse 117
Postfach, 3001 Bern
Tel. +41 31 300 88 11
Fax +41 31 300 80 57
lindenhof@lindenhofgruppe.ch

Sonnenhof
Buchserstrasse 30
3006 Bern
Tel. +41 31 358 11 11
Fax +41 31 358 19 01
sonnenhof@lindenhofgruppe.ch

 

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