Vorwort des Verwaltungsratspräsidenten

Dieter Weber, Verwaltungsratspräsident
Dr. iur. Dieter Weber
Verwaltungsratspräsident

Drei Jahre nach der Zusammenführung der Spitäler Engeried, Lindenhof und Sonnenhof im Jahr 2012 wurde der Verwaltungsrat der Lindenhof AG im Juni 2015 weitgehend erneuert. Grund dafür waren auslaufende Übergangsregelungen sowie alters- oder berufsbedingte Rücktritte.

Das neue Gremium, in welchem alle wichtigen Fachkompetenzen vertreten sind, wurde rasch aktiv und verabschiedete bereits nach wenigen Monaten, im September 2015, die neue Strategie der Lindenhofgruppe.

«Die Lindenhofgruppe mit ihren Spitälern Engeried, Lindenhof und Sonnenhof will sich für ihre Patientinnen und Patienten in medizinischer und pflegerischer Hinsicht weiterentwickeln und mit hervorragenden Ärztinnen und Ärzten, motivierten Mitarbeitenden und standortbezogenen Leistungsangeboten sowie einem angemessenen Unternehmensgewinn die notwendigen Voraussetzungen dazu schaffen.»

Klare Grundhaltung

Die Grundhaltung der Lindenhofgruppe kommt in der Strategie nochmals akzentuiert zum Ausdruck. Die Lindenhofgruppe ist mit ihrem breiten Leistungsangebot eine feste Grösse in der Berner Gesundheitsversorgung. Dabei ist sie gross genug, um höchste Qualität in Medizin und Pflege zu bieten, gleichzeitig klein genug, um Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen die heute so geschätzte persönliche Atmosphäre zu vermitteln.

Die Versorgungssicherheit dient der gesamten Berner Bevölkerung, rund um die Uhr. Patientinnen und Patienten aller Bevölkerungskreise, Altersgruppen und Versicherungsklassen sind in der Lindenhofgruppe herzlich willkommen.

Solides und innovatives Leistungsangebot

Als Versorgerspital bietet die Lindenhofgruppe eine umfassende, interdisziplinäre Grundversorgung mit breitem Leistungsangebot, spezialisierten Schwerpunkten und Behandlungszentren an. Die erweiterte Grundversorgung mit spezialisierter und hochspezialisierter Medizin in einzelnen Bereichen zeigt sich durch das Angebot von Zentren mit interdisziplinärer Zusammenarbeit und in strategischen Kooperationen. Neue Geschäftsfelder sollen zugelassen und innovative Geschäftsideen gefördert werden.

Starke Positionierung als Gruppe

Die Lindenhofgruppe ist aufgrund ihres guten Rufes und ihrer klaren Grundhaltung die erste Wahl für Patientinnen und Patienten, Belegärzte und Belegärztinnen sowie Mitarbeitende. Dem verleihen wir Nachdruck mit einem starken Auftritt, dem Streben nach Qualitätsführerschaft in Medizin und Pflege sowie mit einer überaus hohen Patientenzufriedenheit.

Alle drei Spitalstandorte entwickeln sich weiter. Die teilweise gewachsenen Leistungsprofile sollen zukünftig, in gegenseitiger Übereinstimmung, ein gruppenweites Angebot darstellen. Dabei stehen die Stärkung der Wirtschaftlichkeit und Qualität sowie die Bündelung der spezialisierten und/oder ressourcenintensiven Leistungen im Fokus der Optimierung.

Die Lindenhofgruppe erreicht durch die Optimierung von Strukturen und Prozessen ein profitables Leistungswachstum. Sie hat Potenzial, ihre Effizienz im Kerngeschäft zu steigern. Die Trägerschaftsstruktur ermöglicht mittel- und langfristige Entwicklungsperspektiven. Zentrale Dienstleistungen sind von grossem Nutzen, werden aber nur dort eingesetzt, wo sie wirtschaftlich und organisatorisch sinnvoll sind.

Attraktiv für Ärzteschaft, Pflegende und Mitarbeitende

Ihren Ärztinnen und Ärzten begegnet die Lindenhofgruppe als attraktiver und verlässlicher Partner, wobei die Stärken des Belegarztsystems und das System mit angestellten Ärztinnen und Ärzten sich beispielhaft verbinden lassen.

Die Lindenhofgruppe ist besonders stolz auf das Selbstverständnis und die lange Tradition in der Pflege, welche patientenzentriert und sehr persönlich eine aktive und verantwortungsbewusste Rolle übernimmt. Mit einer ausgezeichneten Weiterbildung werden Pflegende für zukünftige Handlungsfelder fit gemacht, und der Ausbau der ärztlichen Weiterbildung bis hin zur Führung von A-Weiterbildungskliniken und die Unterstützung von Forschungsaktivitäten stehen für den kontinuierlichen Ausbau der bereits heute umfangreichen Aktivitäten.

Auch für die Mitarbeitenden investiert die Lindenhofgruppe viel in die Aus- und Weiterbildung, zum Nutzen aller. Sie ist sich der grossen Verantwortung zur Nachwuchssicherung und Mitarbeiterförderung als zweitgrösster Ausbildner in Gesundheitsberufen im Kanton Bern bewusst.

Mit einem gut funktionierenden Verwaltungsrat, einem eingespielten und professionellen Management, ausgezeichneten Ärztinnen und Ärzten und hervorragenden Mitarbeitenden wird die Lindenhofgruppe für ihre Patientinnen und Patienten, ihre Partner und alle Beteiligten im Gesundheitswesen als verlässliche Grösse ihren Erfolg weiter ausbauen.

Dank

Es ist mir ein grosses Bedürfnis, an dieser Stelle meinen Kolleginnen und Kollegen im Verwaltungsrat und dem Stiftungsrat der Stiftung Lindenhof Bern sowie der Geschäftsleitung der Lindenhofgruppe für die gute, immer sach- und zielgerichtete Zusammenarbeit zu danken. Ein grosses Merci geht auch an unsere Belegärztinnen und Belegärzte und alle Mitarbeitenden der Lindenhofgruppe für ihre hervorragenden Leistungen und ihr tägliches Engagement zum Wohl unserer Patientinnen und Patienten – und diesen danke ich herzlich für ihr Vertrauen in unsere drei Spitäler.

Vorwort CEO

Guido Speck, CEO
Guido Speck
CEO

Die Lindenhofgruppe definierte 2015 ihre Zukunft mit einer soliden Strategie als Fundament, um Einflussfaktoren zu berücksichtigen und nicht vom Weg abzukommen. In zahlreichen internen und externen Verbindungen, verbindlichen Partnerschaften, wachsenden Kooperationen sowie diversen Formen der Zusammenarbeit bildet die Lindenhofgruppe ihre stabilen Netzwerke.

«Den heutigen Trends und Einflussfaktoren schenken wir eine hohe Beachtung, was uns zum verlässlichen Partner für Patientinnen und Patienten und in allen Bereichen des Gesundheitswesens macht.»

Die Trends und Entwicklungen in der Gesundheitsbranche sind vielfältig, die Branche entwickelt sich rasant. Im Spitalwesen herrscht zunehmend ein Arbeitnehmermarkt, was sich belastend für die personellen Ressourcen auswirkt. Wie gehen wir um mit dem sinkenden Fallumsatz bei gleichzeitig immer erhöhten Anforderungen? Solche Tendenzen haben einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Kosten, sowohl im stationären wie auch im ambulanten Bereich.

Hinzu kommt die demografische Entwicklung der Bevölkerung, die alternde Gesellschaft. Akute Erkrankungen können immer besser behandelt werden. Auch wenn nach schweren Erkrankungen keine Heilung erzielt werden kann, so leben Menschen immer häufiger mit chronischen Erkrankungen, welche insbesondere in tragfähigen Netzwerken immer besser «gemanaged» werden können.

Die Kehrseite des medizinischen Fortschritts sind die steigenden Krankenkassenprämien, welche sich Jahr für Jahr manifestieren und den Druck auf alle Leistungserbringer zunehmend erhöhen. Solche Entwicklungen führen zu unerwünschten Ausweitungen auf Regulierungsebene. Die Leistungserbringer sind also künftig noch mehr gefordert, zusammenzuarbeiten, Kooperationen einzugehen und sich nach allen erdenklichen Seiten zu vernetzen.

Im abgelaufenen Berichtsjahr konnte sehr viel erreicht werden. Das gemeinsame Gestalten und Weiterentwickeln war und bleibt essenziell. Tragfähige Visionen zu entwickeln, lässt uns Entscheide mittragen, fördert die Freude an der Arbeit, bringt Akzeptanz für innovative Lösungen und schafft ein Gefühl von Zusammengehörigkeit.

Künftig wird es noch viel wichtiger, eine enge, abgestimmte und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Fachgruppen und Schwerpunkten zu pflegen, innovative Konzepte zu entwickeln und die Unternehmung in einem kompetitiven Umfeld gemeinsam zu stärken, damit wir auch künftig weiterhin mit der Lindenhofgruppe auf Erfolgskurs bleiben können.

Unser engagiertes Wirken hat die Ergebnisse der Lindenhofgruppe positiv beeinflusst und zu einer ausgesprochen hohen Patientenzufriedenheit geführt.

Allgemeine Situation

Die Lindenhofgruppe schliesst das vergangene Jahr gestärkt und auf einer soliden finanziellen Basis ab. Trotz eines sinkenden Basispreises ist es der Lindenhofgruppe erneut gelungen, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Dies war in erster Linie aufgrund von weiteren Prozessoptimierungen zu erreichen. Ebenfalls zur Ergebnisverbesserung beigetragen haben ein insgesamt höheres Kosten- und Fallgewicht sowie eine leichte Fallzunahme. Im Bereich des medizinischen Bedarfs waren deutlich höhere Aufwände zu gewärtigen. Diese konnten teilweise durch andere Aufwandpositionen kompensiert werden.

Über 28’000 stationäre und beinahe 100’000 ambulante Behandlungen wurden zugunsten der Patientinnen und Patienten erbracht. Die hochstehende Qualität der Leistungserbringung und die Patientenzufriedenheit wurden mit Bestnoten beurteilt.

Finanziell schliesst die Lindenhofgruppe mit einem ausgewiesenen Gewinn von MCHF 5.5 (MCHF 6.3) und einem Umsatz von gut MCHF 410 (MCHF 404) und stärkt damit ihre Kapitalbasis ein weiteres Mal.

Allgemeine Situation

Bauliche Entwicklungen

Das im Jahr 2014 lancierte bauliche Grossprojekt «Umbau des Flügels C» am Lindenhofspital fand pünktlich im Oktober 2015 seinen Abschluss.

Auf insgesamt 2100 m2 Fläche wurde die Vergrösserung der radiologischen Abteilung vorgenommen, ein weiterer Computertomograph und ein Magnetic Resonance Imaging (MRI) installiert. Auch der Gebärsaal wurde renoviert und vergrössert. Zudem wurde ein interventioneller Bereich für Kardiologie, Gastroenterologie, Pneumologie und eine Schmerztherapie eingerichtet sowie eine Tagesklinik mit zwölf Betten ergänzt.

Die Gebärabteilungen im Engeriedspital und im Lindenhofspital wurden etappenweise umgebaut und stilvoll renoviert. Es entstand ein wichtiger Mehrwert für Wöchnerinnen, Besucher und Mitarbeitende. Das behagliche Ambiente und die moderne Raumausstattung fördern die diskrete, familiäre Atmosphäre in den neuen Gebärsälen mit angenehmen Lichtverhältnissen. Auch das Angebot an Gebärmöglichkeiten selbst wurde erweitert.

Erfreulich im Berichtsjahr 2015 ist, dass trotz des Umbaus der Gebärabteilungen an den Spitalstandorten Engeried und Lindenhof 2289 Babys zur Welt gekommen sind.

Bauliche Entwicklungen

Partnerschaft und Organisation der Medizin

Die Lindenhofgruppe hat im Berichtsjahr mit der Orthopädie Sonnenhof einen langfristigen partnerschaftlichen Zusammenarbeitsvertrag abgeschlossen. Damit ist eine wichtige Grundlage für die weitere erfolgreiche und ausgezeichnete Zusammenarbeit geschaffen worden. Die Orthopädie der Lindenhofgruppe wird ausgebaut und gestärkt. Von der exzellenten Diagnostik und der hervorragenden Medizin werden in erster Linie unsere Patientinnen und Patienten, aber auch die zuweisenden Ärztinnen und Ärzte profitieren. Die Stärkung der Orthopädie kommt ausserdem unseren ärztlichen Nachwuchskräften zugute. Die Orthopädie am Standort Sonnenhof ist dabei, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um im Verlaufe des Jahres 2016 den A-Status als Weiterbildungsklinik zu erlangen.

Aufgrund der gemeinsamen, erfolgreichen Entwicklung der beiden Notfallzentren der Lindenhofgruppe in den letzten Jahren stand ein weiterer Fortschritt an, der eine intensivierte Zusammenarbeit ermöglicht. Es war im Berichtsjahr möglich, eine Gesamtverantwortung für das Notfallzentrum der Lindenhofgruppe an den Standorten Lindenhof und Sonnenhof zu planen und erfolgreich zu besetzen. Diese interne Nachfolgelösung ermöglicht nicht nur Kontinuität in der Führung, sondern auch eine verstärkte Zusammenarbeit der Spitalstandorte.

Die Innere Medizin der Lindenhofgruppe ist ein wesentlicher Bestandteil des Leistungsangebotes für unsere Patientinnen und Patienten sowie zuweisende Ärztinnen und Ärzte. Es ist der Lindenhofgruppe gelungen, einen neuen Leiter für ihren Standort Sonnenhof zu verpflichten. Geplant ist, dass die bestehende Weiterbildungsklinik der Kategorie A ausgebaut und gruppenweit an den drei Spitalstandorten Engeried, Lindenhof und Sonnenhof verankert wird.

Dabei sollen Belegärztinnen und Belegärzte verstärkt in die ärztliche Weiterbildung integriert werden mit dem Ziel, ein gruppenweites Curriculum für die Allgemeine Innere Medizin zu schaffen. Dafür bietet die Lindenhofgruppe mit ihrem breiten und spezialisierten internistischen Leistungsangebot eine ausgezeichnete Basis und leistet bereits heute einen wichtigen Beitrag in der ärztlichen Weiterbildung.

Die Chirurgie

In der stationären Chirurgie der Lindenhofgruppe sind die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr mit über 4000 Behandlungen gleich geblieben. Die Tumorchirurgie ist im Jahr 2015 mit hohen Fallzahlen aus den Bereichen Urologie, Viszeralchirurgie und Thoraxchirurgie aufgefallen. Von den insgesamt rund 2300 Behandlungen waren 28 % mit onkologischer Diagnose.

Das Brustzentrum Bern (BZB) bleibt auf Erfolgskurs. Bereits im Frühjahr 2015 wurde das BZB von EUSOMA (European Society of Breast Cancer Specialists) zertifiziert und als europäisches Brustzentrum bestätigt.

Nur wenige Wochen später veröffentlichte das Bundesamt für Gesundheit die aktuellste Spitalstatistik nach Fallzahlen, welche besagt, dass das BZB der Lindenhofgruppe mit 452 Operationen jährlich das führende Zentrum zur Diagnose und Behandlung von Brustkrebs in der Schweiz ist. Das BZB besteht aus den Spitälern Engeried, Lindenhof sowie der Pathologie Länggasse und ist ein Vorzeigebeispiel für den Erfolg interdisziplinärer und eng vernetzter Zusammenarbeit von hoch spezialisierten Gynäkologen, Radiologen, Pathologen, Onkologen, Genetikern, Plastischen Chirurgen, Psychoonkologen, Breast Care Nurses und Physiotherapeuten.

Ein verstärkter interner und öffentlicher Auftritt im Oktober sowie die Konferenz «Brustzentrum vernetzt» rundeten die zahlreichen Aktivitäten im Jahr 2015 ab.

Die Pflege

Wer das Ziel einer hohen Qualität in Medizin und Pflege verfolgt, braucht Kooperationen mit passenden Partnern. So fanden sich die Lindenhofgruppe und die Berner Fachhochschule, welche sich in der Ausbildung engagiert und Ausbildungsplätze in den Bereichen Pflege, Geburtshilfe, Physiotherapie und Ernährungsberatung anbietet. Im Jahr 2015 wurde die Kooperation zwischen der Berner Fachhochschule und der Lindenhofgruppe vertieft und mit konkreten Projekten in der Ausbildung, Forschung, Pflegeentwicklung und Weiterbildung belebt.

Die interprofessionelle Fachgruppe Palliative Care der Lindenhofgruppe führte eine Weiterbildung zu «Palliative Care in der Praxis» durch. In der Weiterbildung wurden die vier Schwerpunkte anhand eines Praxisbeispiels erläutert. Die Veranstaltung richtet sich an das ganze interprofessionelle Team, inklusive Ernährungstherapie, Physiotherapie und Sozialberatung, und weitere Interessierte. Ein gemeinsames Verständnis der Begrifflichkeiten im Bereich der Palliative Care und ein Austausch zwischen den verschiedenen Professionen, Standorten und Abteilungen sind Ziel und Anliegen dieser Weiterbildung.

Lernende und Nachwuchskräfte

Wie auch schon im letzten Jahr hat vor den Sommerferien ein kompletter Jahrgang mit allen 27 Lernenden mehrerer Berufsgattungen den Lehrabschluss erfolgreich bestanden. Herzliche Gratulation!

Als zweitgrösster Ausbildungsanbieter für Gesundheitsberufe im Kanton Bern sind wir stolz auf dieses Ergebnis, welches wir wiederholt ankündigen dürfen. Sehr aktiv bestritten die rund 90 Pflegenachwuchskräfte dieses Jahr diverse Aktivitäten wie die Berner Ausbildungsmesse (BAM), den Tag der Gesundheitsberufe oder den Zukunftstag als Organisatoren und Helfer. Sie präsentierten die Lindenhofgruppe vorbildlich und haben wesentlich für den Erfolg in der Nachwuchsförderung und auf der Suche nach jungen Talenten beigetragen.

Pflege

Weiterbildung der Assistenzärzte

Der Weiterbildung junger Ärztinnen und Ärzte wurde auch im Jahr 2015 besonders viel Beachtung geschenkt. Entsprechende Konzepte wurden weiterentwickelt und vorangetrieben. Die Weitergabe unseres breiten Wissens liegt in unser aller Interesse. Wir sichern dadurch den Nachwuchs qualifizierter Ärztinnen und Ärzte für uns selbst, aber auch für die Allgemeinheit.

Bei der Weiterbildung von Assistenzärztinnen und Assistenzärzten zeigt sich klar die starke Verbindung innerer und äusserer Partner sowie Beteiligter. Die Anforderungen der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) oder die laufenden Prozesse der Interkantonalen Vereinbarung zur hochspezialisierten Medizin (IVHSM) sind wichtig und gleichsam sorgsam zu verfolgen und in den Überlegungen zu berücksichtigen. Vieles innerhalb der Lindenhofgruppe verläuft bereits vorbildlich, dennoch braucht es den intensiven Austausch in einer Weiterbildungskommission, die Voraussetzungen prüft, Projekte vorantreibt und Kontakte, wie zum Beispiel mit dem Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM), pflegt und intensiviert.

Dank

Wir haben in der Lindenhofgruppe im vergangenen Jahr gemeinsam viel erreicht. Unserer Trägerschaft, dem gesamten Verwaltungsrat, der Geschäftsleitung, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Belegärztinnen und Belegärzten und den unzähligen weiteren beteiligten Personen aus unseren Netzwerken und nicht zuletzt aber auch den politischen Behörden und Gremien danke ich dafür herzlich!

Ihr Guido Speck
CEO Lindenhofgruppe

Vorwort Präsident Verein Ärztekollegium

Dr. med. Ruedi Moser-Hässig, Präsident Verein Ärztekollegium
Dr. med. Ruedi Moser-Hässig
Präsident Verein Ärztekollegium

Medizinische Netzwerke im Spital

An was denken wir, wenn wir uns an das Jahr 2015 zurückerinnern. Vielleicht daran, dass es weltweit das wärmste Jahr war seit Beginn der Aufzeichnungen im vorletzten Jahrhundert. Es gibt eine Organisation, die sich mit dem weltweiten Klimawandel beschäftigt und die 2007 den Friedensnobelpreis erhielt: die IPPS – der Weltklimarat. Diese Organisation ist eine interstaatliche Organisation und als solche auch ein Netzwerk von Wissenschaftlern aus diversen Fachrichtungen, die alle strukturiert zusammenarbeiten mit dem Ziel, Erkenntnisse und Vorschläge zur Therapie des Patienten Erde zu entwickeln.

Solche Netzwerke gibt es sehr verbreitet im Gesundheitswesen und auch innerhalb von Spitälern. Das Wissen in der Medizin hat zugenommen, gleichzeitig hat die zunehmende Spezialisierung den Blick auf das Wesentliche schwieriger gemacht. Auch in der Klimaforschung sind die Detailerkenntnisse immer umfassender, der Blick auf das Ganze ist aber erschwert. Eine Organisation oder eine Struktur wie ein Spital kann alle an einen Tisch bringen und das Wissen auf diese Art vernetzen. Nur durch Vernetzung und Zusammenarbeit ist es möglich, die richtigen und wirkungsvollsten Strategien für den Patienten oder eben das Weltklima zu entwickeln.

Wie funktioniert nun in einem Spital ein Netzwerk in der täglichen Praxis. Ich möchte das an zwei Beispielen erörtern.

Krebstherapie

Die Diagnose Krebs ist für Betroffene eine äusserst schwerwiegende Diagnose. Das Wissen und mögliche Therapien sind in den letzten Jahrzehnten explosionsartig gewachsen. Dieses Wissen und die neuen möglichen Therapien für die Patientinnen und Patienten optimal einzusetzen, ist durch die Komplexität sehr viel schwieriger geworden. Im Spital fliesst das Wissen im Rahmen von «Tumorboards» zusammen. Eine Expertenrunde aus Spezialistinnen und Spezialisten trifft sich, um in einer gemeinsamen Diskussion exakte Diagnose, Stadium und mögliche Therapien festzulegen.

In der Lindenhofgruppe besprechen mehrere solcher Spezialisten-Teams jede Woche, welche Verfahren zur Diagnose angewendet werden müssen und welches Therapieziel verfolgt werden soll. Therapieziel kann die Heilung oder bei bereits zu weit fortgeschrittenen Erkrankungen die Verbesserung der Lebensqualität sein. Es gibt Situationen, in denen keine Therapie die beste Lösung ist. Hier ist ein Team gefragt, denn solche Entscheide müssen bestens abgesichert und begründet sein und von allen mitgetragen werden. Krebstherapien sind meistens eine Kombination von verschiedenen Therapieformen. Operation, Chemotherapie und Radiotherapie müssen aufeinander abgestimmt und deren Reihenfolge muss interdisziplinär beschlossen werden. Die soziale Situation, Pflege und alle unterstützenden Therapien müssen von Anfang an mitberücksichtigt werden. Das Netzwerk von Spezialistinnen und Spezialisten ist auch hier gefordert. Nur so finden sich die optimalen Lösungen für die Patientinnen und Patienten.

Geburtshilfe

Schwangerschaft und Geburt, so viel Freude sie glücklicherweise meistens bringen, sind potenziell lebensgefährlich für Mutter und Kind. Das geht heute vielfach vergessen. Im Spital muss während 365 Tagen während 24 Stunden ein Netzwerk bestehen, das sicherstellt, dass Risiken für Mutter und Kind minimiert sind. Die zentrale Schaltstelle in der Geburtshilfe ist die Hebamme. Sie muss die Übersicht bewahren und rasch Spezialistinnen und Spezialisten aufbieten, die aus ihrer Sicht die Situation beurteilen und allenfalls sehr rasch handeln können. Der erste Spezialist, die ärztliche Geburtshelferin oder der ärztliche Geburtshelfer, ruft falls nötig weitere Spezialisten: Anästhesisten, Neonatologen (Kinderärzte mit Schwerpunkt Neugeborenes), Operationspersonal, Laborspezialisten herbei: Intensivmediziner, Radiologen. All diese Spezialistinnen und Spezialisten müssen ebenfalls während 365 Tagen und während 24 Stunden bereit stehen. Nur so ist es möglich, dass Schwangerschaft und Geburt maximal sicher sind.

Mit diesen beiden Beispielen verdeutliche ich eine Form der interdisziplinären Zusammenarbeit, die Arbeit in Netzwerken, die in der Lindenhofgruppe täglich gelebt wird.

Neue Erkenntnisse können heute nur noch in Netzwerken zum Wohle von Patientinnen und Patienten beurteilt und gewichtet werden, das gilt übrigens auch für das Weltklima.

Mutationen Ärztekollegium 2015

Aufnahmen Belegärzte

Dr. med. Markus Notter FMH Radio-Onkologie
Dr. med. Michel Schmutz FMH Anästhesiologie, FA Klinische Notfallmedizin SGNOR
Dr. med. Riccardo Ciarpaglini FMH Neurochirurgie
Prof. Dr. med. Bernhard Meier FMH Kardiologie
Dr. med. Alexander Horst Sendensky FMH Gastroenterologie
Dr. med. Alexander Fuchs FMH Plastische Chirurgie
Dr. med. Maximilien Jung FMH Orthopädie
Prof. Dr. med. Mihai Constantinescu FMH Plastische Chirurgie
Dr. med. Petra Waldherr-Marty FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates
Dr. med. Regula Georgi-Abbühl FMH Kinder- und Jugendmedizin
Dr. med. Selina Mattle FMH Allgemeine Innere Medizin
Dr. med. Gion Caliezi FMH Allgemeine Innere Medizin, FMH Rheumatologie
Dr. med. Lucija Waschkowski FMH Allgemeine Innere Medizin

Austritte Belegärzte

Dr. med. Therese Hofer FMH Psychiatrie und Psychotherapie
Dr. med. Don Haies FMH Allgemeine Innere Medizin
Dr. med. Mario S. Kuntze FMH Urologie
Dr. med. Roger Berdou FMH Urologie
Dr. med. Beatrice Huber FMH Gynäkologie
Dr. med. Philipp Agyeman FMH Kinder- und Jugendmedizin
Dr. med. Oliver Bucher FMH Kinder- und Jugendmedizin