Geschäftsbericht der Lindenhofgruppe 2022

Thomas Suter: Ein grosser Wunsch aller Involvierten ist ein zentrales Portal. Es bündelt alle Daten eines PatientenDossiers und ermöglicht eine noch engere, effizientere Zusammenarbeit. Wichtig in dieser Entwicklung ist, dass wir Spitäler, Fachexpertinnen und Grundversorger einbeziehen – ohne, dass Dritte Einsicht in die persönlichen Daten der Patienten und Patientinnen haben. «Für uns ist zentral, dass die Kooperation einen messbaren Nutzen für Patientinnen und Patienten schafft.» Welchen Einfluss hat diese strategische Partnerschaft auf eine gute qualitative und kostengünstige Patientenversorgung? Connor Fuhrer: Aus den erwähnten Punkten hat sie grossen Einfluss. Läuft die Versorgung von Patientinnen und Patienten koordiniert ab, wird sie automatisch zielführender und effizienter. Das wirkt sich auch auf die Behandlungskosten aus, ohne Qualitätseinbusse. Thomas Suter: Für uns ist zentral, dass die Kooperation einen messbaren Nutzen für Patientinnen und Patienten schafft. Also eine bessere Behandlungsqualität über den gesamten Behandlungspfad, verantwortungsvolle Medizin und nahtlose Transparenz in der Kommunikation. All dies unabhängig davon, ob die Zuweisung durch Grundversorgende elektiv oder direkt in den Notfall geschieht. Das hat zweifelsfrei auch positive Auswirkungen auf die Kosten. (Fortsetzung auf Seite 32) Connor Fuhrer: Das ist richtig. Ein organisches, wertegetriebenes Zusammenwachsen braucht vor allen Dingen eines: Zeit. Eine grosse Erkenntnis aus den ersten eineinhalb Jahren der Kooperation. Ich wünsche mir sehr, dass wir diese Zeit erhalten. Ich bin überzeugt, dass die Vorteile dieser Kooperation in Zukunft noch mehr Gewicht erhalten. Inwiefern unterstützt und fördert die Digitalisierung die Integrierte Versorgung und die strategische Partnerschaft mit mediX bern? Connor Fuhrer: Einige Punkte habe ich mit der Ein-, Austrittsmeldung bereits erwähnt. Wir müssen realisieren, dass die Digitalisierung hier Gewinner auf allen Seiten schafft. Der Informationsfluss läuft reibungslos, der gegenseitige Austausch ist jederzeit gewährleistet und alle sind auf dem neusten Stand. Das heisst für unsere Patientinnen und Patienten, dass wir sie über den gesamten Behandlungspfad in hoher Qualität und sehr effizient begleiten können. Die Digitalisierung fördert dies. Ein weiteres Beispiel: Neuerdings erhalten die Hausärztinnen und Hausärzte Berichte von radiologischen Untersuchungen, die in der Lindenhofgruppe durchgeführt worden sind. Mit einem Mausklick können sie die Aufnahmen direkt einsehen. Ein echter Fortschritt. Thomas Suter: Richtig. Auch hier steht das Wohl unserer Patientinnen und Patienten im Zentrum. Ein digitaler Medikamentenplan zum Beispiel ist sehr wichtig. Er ermöglicht die nahtlose Kommunikation über den gesamten Behandlungspfad. Betroffenen gibt es mehr Sicherheit im Umgang mit Medikamenten. Dies ist ein noch laufendes Projekt, das uns einen grossen Schritt nach vorne bringt. Connor Fuhrer: Das Thema Medikationssicherheit ist von grösster Dringlichkeit. mediX bern fördert aktiv die Einführung des «eMediplans» in den angeschlossenen Partnerpraxen. Dies ist ein schweizweit abgestütztes Projekt mit dem Ziel, einen einheitlichen, übersichtlichen, mit QR-Code versehenen Medikamentenplan zu verbreiten. Erfreulicherweise setzt auch die Lindenhofgruppe auf diese Entwicklung. Ich bin überzeugt, dass wir damit die Medikationssicherheit deutlich verbessern, insbesondere an der Schnittstelle Spitalein- und -austritt. 29 Geschäftsbericht 2022 Lindenhofgruppe Integrierte Versorgung

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