Nicht allen Paaren ist es vergönnt, sich ihren Kinderwunsch auf natürliche Weise zu erfüllen. Wir unterstützen Sie mit allen zurzeit in der Schweiz anerkannten Verfahren, auch mit In-vitro-Fertilisation (IVF) und ICSI-Behandlungen (intracytoplasmatische Spermieninjektion).
Unser IVF-Labor zählt zu den bedeutendsten Kinderwunschzentren der Schweiz. Mit unseren Behandlungen wollen wir Ihnen helfen, sich Ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Die In-vitro-Fertilisation ist heute eine ausgereifte und weitverbreitete Methode, sie erfolgt entsprechend der gesetzlichen Bestimmung und nach neustem Stand der Wissenschaft.
Einfach gesagt funktioniert sie so: Der Frau werden, entweder nach einer hormonellen Stimulation oder im Spontanzyklus, Eizellen entnommen, der Mann liefert die Spermien. Im Labor werden die Spermien und Eizellen direkt zusammengeführt. Die Befruchtungskontrolle erfolgt am nächsten Tag und die Eizellen, die sich haben befruchten lassen, entwickeln sich weiter zu Embryonen. Wenige (2 bis 6) Tage später wird ein Embryo, der sich gut entwickelt hat, von einer Ärztin oder einem Arzt in die Gebärmutterhöhle transferiert. Bereits zwei Wochen nach der Befruchtung kann getestet werden, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Falls sich mehrere Embryonen gut entwickelt haben, können diese kryokonserviert (eingefroren) werden.
IVF und ICSI
In-vitro-Fertilisation (IVF) ist die herkömmliche Methode in der Reproduktionsmedizin und steht als Oberbegriff für künstliche Befruchtung. Hier werden zehntausende Samenzellen mit der Eizelle im Reagenzglas zusammengebracht (vitro = Glas). Weil diese Methode in gewissen Fällen nicht erfolgversprechend ist, kommt heute mehrheitlich die intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) zum Einsatz: Eine einzige Samenzelle wird gezielt und direkt in die Eizelle gespritzt. Tipp: Weitere Begriffserklärungen finden Sie hier.
Präimplantationsdiagnostik (PGT – Preimplantation Genetic Testing)
In speziellen Situationen wird die ICSI-Behandlung mit einer Präimplantationsdiagnostik kombiniert. Hierbei wird der Embryo vor der Übertragung in die Gebärmutter gezielt auf genetische Veränderungen untersucht. Durch die Präimplantationsdiagnostik kann die Übertragung von schweren, familiär gehäuften, genetischen Erkrankungen und strukturellen Veränderungen der Chromosomen vermieden und insbesondere bei Frauen in fortgeschrittenem reproduktivem Alter das Fehlgeburtsrisiko gesenkt sowie die Schwangerschaftschance pro Versuch erhöht werden.
In einem PGT-Zyklus müssen die Embryonen aus organisatorischen Gründen vor dem Transfer immer eingefroren werden.
Unser IVF-Labor hat eine Zulassung für PGT-A (Aneuploidie-Screening), PGT-M (monogenetische Untersuchung) und PGT-SR (strukturelle Veränderung). Die genetische Untersuchung der Zellen sowie eine allfällige fachärztliche Beratung erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Genetischen Labor Genesupport.
Gute Erfolgsaussichten
Die erzielten Resultate bei IVF/ICSI-Behandlungen werden in Prozent Schwangerschaften pro erfolgte Embryotransfers angegeben. In unserem Zentrum liegt diese Rate seit Jahren bei 35%. Diese Prozentzahlen beziehen sich immer auf alle Paare, die innerhalb eines Jahres behandelt werden. Für ein einzelnes Paar kann diese Erfolgsrate aufgrund individueller Faktoren nach oben oder unten abweichen.
Für den Erfolg einer Behandlung ist vor allem das Alter der Frau entscheidend. Je jünger die Frau zur Zeit der Behandlung ist, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Ungefähr ab dem 38. Lebensjahr gibt es in den erzielten Resultaten einen Einbruch, bei Patientinnen über dem 40. Lebensjahr sinkt die Schwangerschaftsrate unter 10 Prozent und die Abortrate steigt.
Qualitätssicherung
Die IVF-Abteilung im Lindenhofspital ist akkreditiert als Prüflaboratorium für andrologische Untersuchungen und Reproduktionsbiologie und arbeitet streng im Rahmen der gesetzlichen Richtlinien (Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung). Zudem sind wir Mitglied des nationalen IVF-Registers (FIVNAT-CH). Die Hauptaufgabe des Registers besteht darin, zuverlässige Informationen über alle IVF-Versuche sowie über die daraus resultierenden Schwangerschaften zu erhalten. Regelmässige Kontrollen werden gemäss gesetzlichen Bestimmungen vom Kantonsarztamt vorgenommen.
Kosten
Die Behandlungskosten mit IVF oder ICSI werden in der Schweiz leider bis heute von den Krankenkassen nicht übernommen. Da die anfallenden Kosten von der Dauer und der notwendigen hormonellen Stimulation abhängig sind, können wir Ihnen hier nur Richtpreise angeben. Bitte beachten Sie, dass das IVF Lindenhof und die Praxen unterschiedliche Kostenstellen sind. Die ungefähren Gesamtkosten belaufen sich auf:
- IVF-Behandlung: zwischen CHF 7000.– und CHF 9000.–
- ICSI-Behandlung: zusätzlich ca. CHF 600.– (Mehraufwand im Labor)
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